Calling All Dawns: Stück für Stück (Teil 5)

8. Hymn do Trójcy Świętej

Der achte Titel des Albums und das letzte Stück des zweiten Satzes „Nacht“ heißt aus dem Polnischen übersetzt „Hymne an die Heilige Dreifaltigkeit“. Der Text des Liedes stammt aus einer um 1900 von Georg Jalkowski gedruckten Sammlung von katholischen „Gebeten und Liedern für fromme Seelen“.

Im Text geht es darum, dass auch auf die düsterste Nacht eine Dämmerung folgt, die wieder das Licht und damit Erlösung bringt – natürlich unter Anrufung Gottes, Jesu und des Heiligen Geistes.
Auch musikalisch tauchen kurze Motive des Tages wieder auf und deuten auf eine Wiederkehr des Lichts hin.

Der Komponist Christopher Tin war dabei durch die polnische Geschichte inspiriert worden, Text, Lied und Sprache zu wählen, um eine Botschaft zu vermitteln, die leider gerade jetzt wieder ganz aktuell ist:
Polen war im Laufe seiner Geschichte Schauplatz und Leidtragender zahlreicher Kriege, hat aber durch seinen (tief im Katholizismus verwurzelten) Glauben seine Kultur und Identität erhalten: Eben die Erlösung, die durch die Rückkehr des Tages und des Lichts und die Vertreibung der Dunkelheit symbolisiert wird.
Noch heute ist Polen eines der Länder Europas mit dem höchsten Prozentsatz an Katholiken – auf dem Papier und auch praktizierend.

Die “Hymn to the Holy Trinity” bildet den Abschluss des zweiten Satzes des Albums „Calling All Dawns“: Auf die Ihnen vorgestellten fünf Stücke “Tag” (entsprechend dem Leben) und 3 Stücke „Nacht“ (entsprechend dem Tod) folgen noch vier weitere Stücke, die den Satz der „Dämmerung“ (entsprechend der Wiedergeburt) bilden.